Bild: Im Gespräch mit Barbara Schäfer, Leiterin der Agentur für Arbeit Detmold, informierten sich Ellen Stock und Dr. Dennis Maelzer, die für die SPD im Landtag sitzen, über die Entwicklungen am Arbeitsmarkt.

Nachfrage nach Fachkräften wieder gestiegen

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den lippischen Arbeitsmarkt standen unter anderem im Mittelpunkt des Austauschs mit Barbara Schäfer, der Leiterin der Agentur für Arbeit Detmold. „Wir können erfreulicherweise eine deutliche Erholung am Arbeitsmarkt erkennen. Dass die Zahl arbeitsloser Menschen im September 2021 sogar unter 10.000 fallen würde, also so niedrig ist wie seit 2008 nicht mehr, war angesichts der Pandemie nicht zu erwarten“, berichtete uns Barbara Schäfer.

„Vor allem das Kurzarbeitergeld hat sich als sehr wirkungsvolles Instrument in der Krise erwiesen, so dass die Betriebe ihr Fachpersonal halten konnten“, konstatieren die SPD-Abgeordneten Maelzer und Stock erfreut. So sind die lippischen Unternehmen gut durch die Pandemie gekommen und stellen inzwischen wieder vermehrt neues Personal ein. Auch wenn die Kurzarbeit in einzelnen Bereichen weiterhin Bestand hat, ist sie insgesamt stark zurückgegangen.

Ein leichtes Minus an Stellen ist jedoch auf dem Ausbildungsmarkt zu verzeichnen; allerdings hätten sich auch weniger Bewerberinnen und Bewerber bei der Agentur für Arbeit gemeldet als in den Vorjahren, so dass letztendlich der Anteil der unversorgten Bewerberinnen und Bewerber gesunken ist (von 171 im Jahr 2019/2002 auf 145 im Jahr 2020/2021).

„Wir bieten den Schülerinnen und Schülern, aber natürlich auch den Eltern, die die Berufsauswahl der Jugendlichen begleiten, eine Vielzahl an Fördermöglichkeiten für Einstiegsqualifizierungen oder berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen und stehen den Familien am Übergang von der Schule in den Beruf unterstützend zur Seite“, betont Barbara Schäfer. So bietet die Agentur für Arbeit Detmold seit der Pandemie – neben Beratungsgesprächen in Präsenz und am Telefon – auch Videosprechstunden an. Für einen ersten Einstieg in die Frage „Wo möchte ich später arbeiten?“ eignet sich besonders der kostenlose Online-Test „Check U“, der speziell für Berufseinsteiger entwickelt wurde und auf der Internetseite der Arbeitsagentur zu finden ist.

Im Bereich der dualen Ausbildung sehen die Landtagsabgeordneten vor allem aber auch die Schul- und Bildungspolitik des Landes in der Verantwortung: „Leider ist es der Landesregierung bislang nicht gelungen, die duale Ausbildung ausreichend zu stärken und das obwohl eine berufliche Bildung ein Sprungbrett für den sozialen Aufstieg darstellt. Uns ist es wichtig, dass alle jungen Menschen – sei es beim ersten oder beim zweiten Anlauf, sei es mit Abitur oder ohne – die gleiche Chance erhalten, in eine Ausbildung zu kommen,“ so die SPD-Abgeordneten Ellen Stock und Dennis Maelzer.

Neben der Sicherung des Fachpersonals der Zukunft bleibt auch die berufliche Weiterbildung und Qualifizierung der Beschäftigten ein Dauerthema für Lippe. „Qualifizierung ist mehr denn je der Schlüssel zum Schritthalten am Arbeitsmarkt, denn der demografische Wandel und die Veränderung der Arbeitswelt werden den Bedarf an Fachkräften noch anwachsen lassen“, ist sich Barbara Schäfer sicher. Die zentrale Frage laute daher: „Wie können wir Menschen besser an Weiterbildung heranführen oder ihnen diese ermöglichen?“ Die Agentur für Arbeit bietet bereits heute kompetente Beratung und umfassende Unterstützung sowohl für Arbeitnehmer als auch für Arbeitgeber an. Unter anderem steht mit dem Online-Tool „New Plan“ ein Selbsterkundungstool zur Verfügung, das mit psychologischen Tests, Selbsteinschätzungsverfahren und Informationsangeboten Hilfestellung bei der beruflichen Neuorientierung gibt.

„Angesichts des bereits heute bestehenden Fachkräftemangels und der digitalen wie ökologischen Herausforderungen, vor denen unsere Wirtschaft steht, ist es unerlässlich, dass wir Weiterbildung und Qualifizierung noch stärker vorantreiben, wenn wir den Wohlstand in Lippe sichern wollen,“ fassen die lippischen Abgeordneten Ellen Stock und Dennis Maelzer die Herausforderungen der kommenden Jahre zusammen.